Tag 2: Der frühe Vogel fängt den Wurm

Fünf Uhr dreiundvierzig. Eine gute Zeit, um in den Tag zu starten. Zumindest sieht das ein Drittel der Reisegruppe so. Der frühe Vogel fängt den Wurm! Aber Würmer sind wohl nicht der Grund des frühen Erwachens. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zum größeren Teil der Reisegruppe, dieses eine Drittel noch über keine Zähne verfügt und aktuell daran arbeitet, dies zu ändern.

Nachdem eine Stunde verzweifelt versucht wurde, alle Beteiligten nochmals zum Einschlafen zu überreden, fing dann halt um kurz vor 7 die erneute Entdeckungstour auf 30 cm Reisehöhe durch die Ferienwohnung an.

So langsam näherten wir uns dann auch der Öffnungszeit des hiesigen Bäckers, 8 Uhr. Keine Gehminute entfernt, also ganz entspannt um kurz nach 8 hin. Erstaunlich wieviele Menschen hier dann doch Würmer fangen wollen. Vor dem Eingang des Bäckers schlängelte sich in vorbildlichstem coronakonformen Sicherheitsabstand eine 30 Personen umfassende hungrige Meute. Nach kurzem Schock war die Warteschlange dann 31 Personen lang. Ging aber alles recht zügig und ich kehrte mit einer Tüte leckerer Küstenbackkunst heim. Die Brötchen sind wirklich lecker. Croissant und Laugengebäck ist aber definitiv nicht das Aushängeschild. 

Nach der morgendlichen Stärkung hieß es dann: Streitwagen (Thule nennt sein Kindermobil tatsächlich „Chariot“) bereitmachen, wir marschieren los!

Der Streitwagen wird beladen

Völlig planlos ging es dann in das NABU Graswarder. Ein kleiner Streifen Erde, der vor vielen Jahren entgegen des heutigen rationalen Verstandes mit einigen Häusern bebaut wurden.

Jetzt wundert man sich, dass diese immer mehr vom steigenden Meeresspiegel bedroht werden. Aber, die Häuser dort direkt am Meer… da wird man schon neidisch und fragt sich, warum wir nicht dort untergekommen sind. Ich kann schon nachvollziehen, warum die da mal gebaut wurden.

Im Anschluss an diesen kleinen Ausflug ist jetzt erstmal Mittagspause angesagt.

Die Mittagspause beinhaltet im wesentlichen das Mittagsschläfchen für das jüngste Gruppenmitglied. Der Ältestenrat hat sich aber vorgenommen, auch ein kleines Powernap in dieser Zeit einzulegen. Also, Kind ins Bett (leider von der Frau in das Bett des Ältestenrats gelegt) und dann selbst auch kurz nickern. Das Sofa im Wohnzimmer des Apartments hat aber leider nicht die notwendige Breite um meine Körperlänge zu beherbergen. Aber wir haben ja genug Fußboden. Und die Krabbeldecke der Kleinen ist im Nachhinein betrachtet recht gemütlich.

Ausgeschlafen und voller Tatendrang haben wir dann den Streitwagen ein zweites Mal ausgeklappt. Ziel: Strand. Dort angekommen wurde erstmal die Unterkunft für die Familie der Schattengewächse aufgebaut. Ein Strandzelt.

Zelt am Strand: Strandzelt

Super Sache muss ich sagen. Man geht an einen Ort, der bekannt dafür ist, viel Sonne zu spenden und macht es sich erstmal so gemütlich, als wäre man gar nicht zum Strand gegangen. Aber man ist dann trotzdem am Strand. Eine der Erfindungen des letzten Jahrhunderts. Dank dem Zelt konnten wir dann den Nachmittag am Strand genießen und sogar in der Ostsee baden. Papa vollständig, die anderen beiden nur mit ihren Füßen. Temperatur der Ostsee war ca. 5cm kalt, aber insgesamt ganz angenehm erfrischend.

Hauttyp: Höhle

Hungrig von diesem langen Tag gab es dann ein italienisches Abendbrot, welches wir auf dem Balkon mit Sonnenuntergang samt alkoholfreien Wein vertilgten. Die Kleine schläft jetzt tief und fest und träumt wahrscheinlich davon, wie ihr Zahn langsam weiter nach oben kommt.

Bis morgen!