Tag 4: Am Abgrund

Guten Morgen! Gibt es etwas schönes als um halb fünf eine Flasche Milch anzurühren und dann mit der Tochter im Arm wieder einzuschlafen? Wie man sieht, unser Morgen hat Routine. Never change a running system. Hoffentlich ist die Kauleiste bald vollständig. Nun denn, auch die anderen Dinge bleiben unverändert. Kurze Hose, 8 Uhr, Bäcker, Frühstück.

Dann wieder auf Achse. Eine Achse und zwei einzelne Reifen, um genau zu sein. Streitwagen halt. Diesmal aber mit kurzem Auto-Intermezzo. Kurz raus fahren, denn heute wurde der berüchtigten Steilküste ein Besuch abgestattet. Es gibt dort einen Rundweg, der vorbei an Feldern, wilden (okay eingezäunten) Galloway-Rindern bis zur Steilküste und wieder zurück zum Parkplatz führt. Das ganze lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: schön.

Auf dem Weg zur Steilküste versprüht der Sonnenschein und der Anblick der Galloways Lust den Grill anzufeuern.

Lecker

An der Steilküste angekommen, kann man direkt die enorme Kraft des Wassers beobachten.

Steilküste

Auch heutzutage bricht hier hin und wieder ein Stück der Kante ab und wird vom Meer verschlungen. Entlang der Steilküste führt ein schmaler Weg knapp neben dem Abgrund, der immer wieder mit Warnhinweisen versehen ist „Vorsicht Abbruchkante“. Sehr vertrauenserweckend! Aber da ihr diesen Beitrag lest, scheint der Reisegruppe nichts passiert zu sein. Wobei das natürlich nochmal eine enorme Prise Brisanz in diese Story bringen würde. Der Weg endet dann an einem Strandabschnitt, an dem früher eine Verteidigungsanlage aus Beton stand. An dem Strand hat sich Alexandra direkt daran gemacht, die Urlaubskasse aufzubessern und nach Bernstein gesucht. Leider vergebens. 

Steilküste
„Wenn du Bernstein siehst, sag Bescheid!“
Bernstein am Strand

Nach dem Ausflug an die Steilküste stand die Mittagspause auf der Agenda. Ich muss sagen, an dieses Mittagsschläfchen kann ich mich gewöhnen. Diesmal sogar auf dem Sofa mit dem Couchtisch als Verlängerung für die Füße. 

Als die komplette Reisegruppe wieder erwacht war, haben wir uns fix fertig gemacht, um nochmal den Streitwagen zu satteln und den Hafen und die Altstadt zu erkunden. Eine Stunde später ging es dann los. Der Hafen, auch unter dem Spitznamen „Rentnermagnet“ bekannt, hat viel zu bieten. Ein Schiff, noch ein Schiff und dann noch mehr Schiffe.

Ein heiliger Hafen

Ahja und ein paar Geschäfte, die niemand unter 65 braucht gibt es auch noch. Auch eine Eisdiele, die ganz leckeres Eis verkauft, und einige Cafés schmücken den Rand des Hafenbeckens. Aber insgesamt ganz nett und schnuckelig.

In der Altstadt ging es auch wild zu. Fußgänger, Radfahrer, Rollatorenkapitäne und sonstige Gefährte schlängelten sich durch die Gassen.

Alexandra hat sich dann noch eine neue Sonnenbrille gegönnt. Die nette Verkäuferin hat bei dem Bezahlen sogar noch darauf hingewiesen, dass auch ein Brillenputztuch selbstverständlich dabei sei. Kann man auch erwarten, für den dreifachen Preis des Versandhandels, würde ich mal behaupten.

Auf dem Rückweg aus der Altstadt haben wir uns dann noch ein Backfisch mitgenommen und in der Abendsonne auf unserem Balkon vor den Augen hungriger Möwen verspeist.

Bis morgen!